Tablet Kauf - die wichtigsten Dinge, auf die Sie unbedingt achten müssen!

Tablet BildDie Einführung des iPads war sozusagen der letzte Streich des 2011 verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs. Das Potential einer neuen Gerätekategorie zu erkennen, sie durch ansprechendes Design und konsequente Optimierung auf einfache Bedienbarkeit massenkompatibel zu machen und ihr so zum Durchbruch zu verhelfen, das war sozusagen der eine besondere Trick, den er draufhatte. Mit dem iPad bekamen Tablets, also kleine, tragbare Computer mit Touchscreen, ihren Platz in den Haushalten und Umhängetaschen der Welt.

Schon in den 1980er-Jahren war Jobs mit dem Mac die Popularisierung von grafischen Benutzeroberflächen geglückt. Nachdem er wieder in den Konzern zurückgekehrt war, führte er 2002 den iPod ein und machte MP3-Player zum Massenphänomen. 2007 revolutionierte Apple mit dem iPhone den Markt für Mobiltelefone. Und 2010 eben das iPad. Dabei ist die Idee gar nicht so neu: Schon 1993 hatte Apple den Newton vorgestellt, der grundsätzliche Elemente des iPad-Designs vorwegnahm. Der Newton war allerdings vergleichsweise klobig und mit seinem grau schimmernden, monochromen LCD-Display wenig attraktiv.

Mittlerweile bieten verschiedene Hersteller eine breite Palette unterschiedlicher Tablet-PCs an. Das Spektrum reicht dabei von einfachen No-Name Geräten, die kaum mehr als einhundert Euro kosten, bis zu den Flagship-Modellen der einzelnen Hersteller, für die man mehrere 100-Euro-Scheine auf den Tisch legen muss. Soviel sei vorweggenommen: Günstige Tablets bieten vergleichsweise viel fürs Geld. Am unteren Ende des Kostenspektrums ist das Preisleistungsverhältnis am besten. Je teurer die Geräte werden, desto geringer werden die Leistungsunterschiede pro Euro. Ganz vorne mit dabei zu sein und die beste momentan verfügbare Technik zu verwenden, das hat eben seinen Preis. Für alle Kaufinteressierten bietet das Tablet-Testportal mit aktuellen Tablet Testberichten eine gute Anlaufstelle.

Betriebssystem

Aktuell spielen drei Betriebssysteme bei Tablets eine Rolle: Android, iOS und Windows 8. Android und iOS liegen weltweit mit ähnlichen Marktanteilen fast gleichauf. Tablets mit Windows 8 sind mit einem Marktanteil von nicht einmal zehn Prozent weit abgeschlagen.

Die größte Auswahl an Geräten gibt es für Android. Das Betriebssystem wird von einer Vielzahl unterschiedlicher Hersteller unterstützt und auch Google selbst treibt mit seiner von Asus und Samsung hergestellten Nexus-Linie die Entwicklung von Android-Tablets voran. Das Betriebssystem iOS bleibt den iPads von Apple vorbehalten. Hier haben die Anwender im Prinzip nur die Wahl zwischen drei verschiedenen Modellen: Dem iPad Air, dem iPad mit Retina Display und dem iPad mini. Diese gehören allerdings mit zu den besten Geräten am Markt.

Design

Gutes Design ist nicht zuletzt auch eine Geschmacksfrage. Gerade mobile Geräte wie Tablets und Smartphones sind auch modische Accessoires. Millionen von Designern würden sich allerdings wehren, würde man Design nur nach seiner Gefälligkeit beurteilen. Es geht auch um Funktionalität. Gutes Design muss zuerst und vor allem gut funktionieren.

Bei Tablets kommt es beispielsweise darauf an, wie das Gerät in der Hand liegt. Hat es eine rutschfeste Oberfläche, so dass man es sicher halten kann? Stören allzu scharfe Kanten? Ist die Anordnung der Anschlüsse sinnvoll? Welche Hardware-Buttons gibt es und sind diese in einer typischen Bediensituation gut erreichbar? Auch die Qualität und die Wertigkeit der Verarbeitung spielt eine Rolle. Ist das Gehäuse verwindungssteif? Sitzen die Spaltmaße? Knarzt der Kunststoff? Hält das Gerät einer gewissen mechanischen Beanspruchung stand oder zerkratzt es leicht? Löst sich Farbe ab?

Display

Die Qualität von Laptop-Displays hat sich in den vergangenen Jahren nicht groß geändert. Die Auflösung von Laptops mit 15 Zoll Bildschirm beträgt immer noch 1366 mal 768 Pixel. Bessere Displays werden nur in teuren High-End-Notebooks verbaut.

Anders verhält es sich hingegen bei Tablets. Hier liefern sich die Hersteller eine regelrechte Schlacht um die höchste Auflösung. Schon das erste iPad erreichte mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln eine höhere Pixeldichte als die meisten Laptops. 2012 führte Apple das sogenannte Retina-Display für das iPad ein. Eine Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln übertrifft die der meisten größeren Notebook-Bildschirme.

Aktuell ist bei kleinen Tablets bis 7,9 Zoll eine Bildschirmauflösung von 1024 x 600 Bildpunkten üblich, auch Auflösungen von 1280 x 800 Pixel sind gebräuchlich. Bei größeren Tablets ab 10 Zoll stellt diese Auflösung das untere Limit dar, auch 1366 x 768 Pixel und 1920 x 1080 Pixel werden gerne verbaut. Geräte der Spitzenklasse wie das Google Nexus 10, das Samsung Galaxy Note oder das Samsung Galaxy TabPRO kommen auf 2560 x 1600 Bildpunkte.

Auflösung ist allerdings nicht alles, wenn es um den Bildschirm geht. Auch die Bildschirmhelligkeit ist ein wichtiger Faktor. Schließlich soll der Bildschirm auch im Freien oder gar im direkten Sonnenschein gut ablesbar sein. Je heller der Bildschirm allerdings leuchtet, desto größer ist der Stromverbrauch und desto früher muss das Tablet wieder an die Steckdose. Im Alltag ist man also gut beraten, die Bildschirmhelligkeit auf die niedrigste Stufe einzustellen, bei der man das Gerät noch gut verwenden kann.

Das Material der Bildschirmoberfläche spielt eine wichtige Rolle für die Langlebigkeit des Gerätes. Kunststoff ist anfälliger für Kratzer, dafür bricht es selten. Eine Bildschirmfolie aufzukleben kann sich bei Kunststoffbildschirmen als sinnvoll erweisen. Bessere Tablets haben oft Gorillaglas von Corning verbaut. Dieses besonders gehärtete Glas ist besonders bruchresistent und zerkratzt auch bei sorgloser Behandlung kaum.

Systemleistung

Wie schnell ein Tablet ist, hängt zu einem großen Teil von der Geschwindigkeit des eingebauten Prozessors und von der Menge des verfügbaren Arbeitsspeichers ab. Die meisten Tablets sind für Alltagsaufgaben gut gerüstet und kommen auch mit einfachen Spielen gut klar. Wenn man allerdings ein wirklich schnelles Tablet in den Händen halten konnte, erkennt man den Unterschied. Zu einem langsameren Tablet zurückkehren zu müssen frustriert dann ein wenig. Je flüssiger und unverzüglicher das Tablet auf Nutzereingaben reagiert, desto mehr Spaß macht die Bedienung.

Die Geschwindigkeit einer CPU lässt sich grob an ihrer Taktung und an der Anzahl der Prozessorkerne ablesen. Single-Core-CPUs stellen aktuell eher das unterste Limit dar. Mindestens zwei Prozessorkerne sollten es schon sein. Auch vier Prozessorkerne stellen keinen großen Luxus mehr dar. Samsung verwendet für das Galaxy TabPRO und das Galaxy Note sogar Octa-Core-CPUs. Selbst günstige Tablets können eine Prozessorgeschwindigkeit von mindestens 1,0 Ghz vorweisen, mit 1,5 bis 2,00 Ghz ist man schon sehr flott unterwegs. Allerdings geben die Anzahl der Prozessorkerne und die CPU-Taktung nur einen ungefähren Anhaltspunkt. Wie schnell eine CPU tatsächlich ist, hängt auch von der Prozessorarchitektur ab und kann nur mit Benchmarks exakt gemessen werden.

Arbeitsspeicher fällt nicht auf, wenn genug davon da ist. Zu wenig RAM bremst allerdings das System aus. Mindestens 1 GB RAM sollte ein modernes Tablet schon mitbringen, 2 GB sind optimal. Nur 512 MB RAM findet man in der Regel nur noch bei den allergünstigsten Einsteigergeräten. Damit kommt man zur Not auch aus, allerdings sollte man sich überlegen, ob man nicht wenige Euro mehr in ein deutlich besser ausgestattetes Tablet investiert. Bei Windows 8 Geräten markieren 8 GB die oberste Grenze, Android-Tablets sind in der Regel mit maximal 2 GB ausgestattet.

Speicherkapazität

Mit multimedialen Inhalten wie Videos, Fotos und Musik wird selbst der größte Speicher schnell voll. Immer höher auflösende Kameras produzieren Fotos und Videos, die immer mehr Speicherplatz benötigen. Das fällt bei Tablets nicht ganz so sehr ins Gewicht, weil die darauf erstellten Inhalte regelmäßig auf den Laptop übertragen werden können. Trotzdem sollte der Speicherplatz nicht zu knapp bemessen sein. Auch Apps benötigen Speicherplatz. Eine App nicht mehr installieren zu können, weil der Speicher nicht ausreicht, ist einfach ärgerlich.

Apples iPads haben keinen Speicherkartenslot. Hier muss der Speicher von Anfang an ausreichend dimensioniert sein, ein nachträgliches Aufrüsten ist nicht möglich. Die Speicherkapazitäten reichen von knappen 16 GB bis zu großzügigen 128 GB.

Viele Android-Geräte setzen auf eine Kombination aus fix eingebautem Flash-Speicher und einem Slot für microSDHC-Karten. Diese haben eine Größe von maximal 32 GB. Mit microSDXC sind theoretisch bis zu 2 TB möglich, in der Praxis haben die verfügbaren Karten maximal 128 GB. Der fix eingebaute Speicher ist bei Android für die Apps wichtig. Viele lassen sich nicht auf die Speicherkarte auslagern. Daher sollte er nicht zu gering bemessen sein, sonst erreicht man schnell die maximale Anzahl installierbarer Apps.

Konnektivität

Die meisten Android-Tablets haben genau einen Anschluss: Über Micro-USB werden sie sowohl geladen als auch mit dem Computer synchronisiert. Apple setzt dafür auf den eigenen Standard Lightning.

Größere Unterschiede gibt es bei der drahtlosen Konnektivität. Umfangreich ausgestattete Tablets verfügen über WiFi, Bluethooth und Mobilfunkverbindung. Zumindest WiFi ist überall zu finden. Einfachere Tablets haben meist weder Mobilfunk noch Bluetooth.

Mobilität

Gewicht und Akkuleistung sind im alltäglichen Gebrauch entscheidende Faktoren. Dabei gibt es durchaus große Unterschiede. Die meisten Tablets bewegen sich im Bereich von 350 Gramm bis 1000 Gramm. Größere Tablets ab 10 Zoll wiegen meist mindestens 600 Gramm, bei kleineren Modellen gibt es auch unter 350 Gramm eine breite Auswahl.

Bei der Akkuleistung gilt: Tablets, die nicht mindestens einen Tag durchhalten, ohne an die Steckdose zu müssen, sind eigentlich inakzeptabel. Mehr als 10 Stunden Batterielaufzeit sind allerdings selten.

Fazit

Seit der Einführung des iPad hat die Tablet-Entwicklung riesige Schritte gemacht. Es muss nicht immer ein iPad sein, auch Android-Tablets können voll und ganz mithalten.

Einerseits decken sie das Segment der sehr preisgünstigen Tablets ab – im Preisbereich unter 200 Euro hat Apple einfach nichts zu bieten. Andererseits sind High-End-Androiden aktuellen Äpfeln bei Leistung und Ausstattung überlegen.

Windows 8 hat sich zu einer interessanten Alternative gemausert. Die Stärken der Geräte mit dem Betriebssystem aus dem Hause Microsoft sind allerdings andere als die der Android- und iOS-Pendants. Oft liegen sie leistungsmäßig näher an Laptops als an klassischen Tablets. Das drückt sich auch im Preis aus.